Vergangenen Freitag einigten sich die größten Industrie und Schwellenländer (G20) darauf, den Weltwährungsfonds um 430 Milliarden Euro aufzustocken. Damit erhält der Internationale Währungsfonds IWF mehr finanzielle Mittel die Schuldenkrise zu bekämpfen. Der neue Rettungsschirm ergänzt den Ende März gespannten Schutzwall um die EU-Staaten.
Zu Beginn der Verhandlungen forderte der IWF ein Rettungsschirmvolumen von 500 Milliarden US-Dollar, verringerte die Forderung jedoch später auf 400 Milliarden Dollar. Neben den Ländern Schweden und England, welche 10 beziehungsweise 15 Milliarden Euro beitragen, werfen die Länder der Eurozone insgesamt 200 Milliarden Euro in den Rettungstopf. Laut Angaben der IWF-Vorsitzenden Christine Lagarde werden zusätzliche 70 Milliarden Euro aus den BRIC-Ländern Brasilien, China, Russland und Indien beigesteuert . Der genaue Aufteilung sei derzeit noch nicht festgelegt. Lagarde sieht den IWF durch den neuen, zweiten Rettungsschirm im Besitz der richtigen Werkzeuge um die Finanzkrise zu bekämpfen.
Auch aus den Reihen deutscher Politiker stieß die Aufstockung auf breite Zustimmung. Bundesfinanzminister Schäuble beispielsweise sieht den IWF nun hervorragend aufgestellt um die wirtschaftlichen Herausforderungen in aller Welt zu meistern.
Durch die Mittelaufstockung des IWF kann das Volumen etwaiger Notkredite für finanziell angeschlagene Statten in etwa verdoppelt werden. Inbegriffen bereits verplanter Hilfen erhöht sich der globale Schutzwall des Währungsfonds, dessen größter Anteilseigner und Geldgeber die G20-Staaten sind, auf mehr als eine Billionen US-Dollar.
Bereits im Vorfeld erklärte Bundesfinanzminister Schäuble, dass es in Zukunft keine weiteren Hilfen für krisengebeutelte EU-Staaten geben werde. Dies sei mit den westlichen Industriestaaten G7 so abgesprochen. Auch das Einhalten europäischer Zusagen sei von den USA honoriert worden, so Schäuble. Spekulationen über eine weitere Aufstockung des IWF seien deshalb nicht zielführend.
Weniger euphorisch äußerte sich Bundesbankpräsident Weidmann : Ihn erfülle der “Ruf nach der Geldpolitik mit Sorge”, da ein höherer Schutzwall „die Feuer nicht löschen“ könne. Zudem spricht er sich gegen niedrige Zinsen und für verstärkte Reformmaßnahmen aus.
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